Aufstand in Arabien

Ali Sadrzadeh (rechts) und der Moderator des Abends Thomas Meinhardt
Karte Nordafrika/Nahost
Die Veranstalter und der Referent freuten sich über das interessierte, diskussionsfreudige Publikum

Siegeszug der Demokraten oder Machtübernahme der Islamisten?

Unter diesem Titel lud das Idsteiner Friedensbündnis (zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung – Bildungswerk Untertaunus und dem Ausländerbeirat der Stadt Idstein) am 26. Mai 2011 zu einem Vortrag  des Journalisten Ali Sadrzadeh mit anschließender Diskussion ein. Der langjährige Rundfunk- und Fernsehjournalist (HR und BBC), der sich in der gesamten Region bestens auskennt, referierte an den Beispielen Tunesien und Ägypten über Ursachen und Erfolgsaussichten der Aufstände und forderte Veränderungen in der Ausrichtung der Entwicklungspolitik. Knapp 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbrachten einen interessanten und lebhaften Diskussionsabend. Teilweise kontrovers wurde über Ursachen, Erfolgsaussichten der Demokratisierung, und die Motivation des Eingreifens der Nato in Libyen diskutiert. Weitestgehende Einigkeit herrschte beim Thema Entwicklungspolitik. Die Vorschläge des Referenten, dass staatliche und zivilgesellschaftliche Entwicklungspolitik in der Region in erster Linie Hilfestellung beim Erstellen demokratischer Verfassungen und beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen bedeuten sollte, fanden allgemein Zustimmung. Zudem wurden die Chancen diskutiert, die eine Entschuldung der betroffenen Staaten im Hinblick auf die Schaffung von Arbeitsplätzen und die damit verbundene Möglichkeit einer erfolgreichen demokratischen Entwicklung eröffnen würde.

Im Ergebnis gingen die Teilnehmenden mit sehr viel differenzierteren Eindrücken von den einzelnen Staaten der Region nach Hause und mehrere äußerten den Wunsch nach weiteren Veranstaltungen zu speziellen außen- und entwicklungspolitischen Themen im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Umbrüchen im arabischen Raum.

Gefördert wurde diese Veranstaltung von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ GmbH mit Mitteln des BMZ.

Text: Anne Golz

Fotos: Alfred Strauß

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