Das Idsteiner Friedensbündnis und der Pax Christi Regionalverband Rhein-Main luden am 1. Juli 2025 zu einer Diskussionsveranstaltungmit dem früheren UN-Korrespondenten der TAZ, Andreas Zumach in den Idsteiner Kulturbahnhof. Etwa 60 Interessierte folgten der Einladung, um die verschiedenen Perspektiven kennenzulernen und über die künftige friedenspolitische Ausrichtung des Kontinents zu diskutieren.
Ausgangspunkt des Beitrags von Andreas Zumach war die rasante Veränderungsdynamik, die der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und die neue US-Administration ausgelöst haben. Deutlich wurde, dass dies zu einer völlig veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa geführt hat: Trump und Putin setzen offensichtlich beide auf eine neue Weltordnung, in der die militärisch größten Player sich die Welt aufteilen, ohne auf Verträge und Regeln Rücksicht zu nehmen. Der faktische Wegfall des Bündnispartners USA führt innerhalb kürzester Zeit dazu, dass die EU/Europa und Großbritannien bisher in dieser Dimension nicht gekannte Entscheidungen für eine rasche europäische Aufrüstung gefällt haben. Damit soll – so die Begründung – Russland vor militärischen Angriffen auf Europa – vor allem auf die baltischen Staaten, Moldau und Polen – abgehalten werden.
Nach einführender Analyse von Andreas Zumach wurde über den sich abzeichnende Trend diskutiert, eben diese europäische Aufrüstung als die einzige und adäquate Antwort auf die aktuelle Weltlage zu verstehen. Alternative Sicherheitskonzepte wurde gestreift … Deutlich wurde, dass es ist nötig ist, genau hinzuschauen, ob die zugrunde liegende Bedrohungsanalyse einer kritischen Betrachtung standhält. Die Frage, welche konkreten Ziele mit welchen Mitteln erreicht werden können, war nicht abschließens zu klären. Ebensowenig wie unter der Regierung von SPD und CDU sichergestellt werden kann, dass die riesigen Summen militärisch und sicherheitspolitisch effizient eingesetzt werden … Fazit: Es bleibt spannend und kontroverse Diskussionen wie an diesem Abend tun not.